Wärmeschutz und Energieeinsparung

Grundsätze zur thermischen Bauphysik


Bild: Kalksandstein.de

Mit den Wärmeschutzverordnungen (WSchV) von 1977, 1984, 1995 und zuletzt durch die Energie-Einsparverordnungen (EnEV) von 2002, 2004, 2007 und 2009 wurden die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz von jeweiligen Neubauten kontinuierlich erhöht.
Während sich die WSchV lediglich auf die Außenhaut bezog, gelten die Bestimmungen der EnEV nun auch für die Heizungsanlagen und die Warmwasserbereitung. In gewissem Umfang (Heizung und Dämmung der obersten Decke) verlangt die EnEV auch schon Verbesserungen an Altbauten. Damit ist der Trend zur energetischen Verbesserung bestehender Gebäude eingeleitet.

Zwar gilt (mit den o.g. Einschränkungen) weiterhin der Bestandsschutz, das heißt, keine Verpflichtung zur nachträglichen Wärmedämmung bzw. Verbesserung der bestehenden Wärmedämmung an Altbauten. Doch Vorsicht, als Beurteilungsgrundlage für das Soll gelten immer die baurechtlichen Vorschriften und Regeln der Baukunst zum Zeitpunkt des Baujahrs bzw. des größeren Umbaus.

Die novellierte EnEV 2009 trat zum 01.10.2009 in Kraft. Seit 2007 kann nun auch die Bilanzierung und Offenlegung des Energieverbrauchs (Energieausweis) ab dem 01.07.2008 (für Wohngeb. Bj. bis 1965), ab dem 01.01.2009 (für Wohngeb. Bj. nach 1965) sowie ab dem 01.07.2009 (für alle Nichtwohngebäude) bei Verkauf und Vermietung verlangt werden.

Für die bauphysikalisch richtigen Entscheidungen des Bauherrn / Gebäudeeigentümers entwickeln wir dem jeweiligen Projekt oder bestehenden Gebäude angepasste Details (u.a. nach DIN 4108 und DIN 18599) und Berechnungsnachweise (nach EnEV) zum Wärme- und Feuchteschutz. Dabei geben wir auch prinzipielle Ratschläge zur Wahl der Heizungsanlage und Warmwasserbereitung (nach DIN 4701).


Wichtigste Dämm-Maßnahmen und die Schimmelgefahr

(Bild Fa. Isover) Dachdämmung: Da warme (leichtere) Luft nach oben aufsteigt, liefern Wärmedämmungen über der obersten Geschossdecke bzw. in der Dachfläche den effektivsten Beitrag zur Behaglichkeit (auch im Sommer als Hitzeschutz) und zur Heizkosteneinsparung.
Wichtig ist hierbei die innenseitig liegende, auch an allen Anschlüssen luft- und diffusionsdichte Dampfsperrfolie und die zuverlässig gegen Außenfeuchte abgedichtete, jedoch diffusionsfähige Außenhaut.
Es kommt also auf die richtige Abstimmung der Materialschichten an, die als erprobtes Komplettsystem eines Herstellers verwendet werden sollten oder hinsichtlich des U-Werts (Wärmedurchgangskoeffizient) und der Dampfdiffusion von uns berechnet werden.
Die oftmals leider vernachlässigte Dampfdiffusionsberechnung besitzt große Bedeutung für die Voraussage, ob sich in den Bauteilschichten aus Luftfeuchte Kondensat (und Schimmel) bilden können. Auch hier helfen wir Ihnen gerne weiter.
   
(Bild Fa. Sto) Außenwanddämmung: Diese sollte entweder bereits mit dem verputzten Mauerstein (z.B. Porenziegel oder Porenbeton - beim Neubau) erreicht werden, bzw. (auch als Nachrüstung) mit außenliegendem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) oder als VHF-System (vorgehängte hinterlüftete und gedämmte Fassadenelemente) hergestellt werden.
Diese Systeme sind unempfindlicher gegen Tauwasserschäden als die innenseitige Wärmedämmung (Innendämmung).
An Fenster- und Türlaibungen sowie an den Innenseiten von Fensterbänken und Balkonplatten verbleiben bei fehlender Übergreifung der Dämmung erhebliche Wärmebrücken, die Tauwasser- und Schimmelbildung begünstigen.
   
(Bild Fa. DOW) Perimeterdämmung: Bauteilabdichtungen gegen Bodennässe müssen vor dem Erddruck geschützt werden und liegen deshalb direkt auf der eingeebneten Wandkonstruktion.
Die darüber aufgetragene Wärmedämmung übernimmt hier diese Schutzfunktion und liegt daher im feuchten Bereich (Perimeter). Perimeterdämmungen sollten Dränagekanäle für den Wasserabfluß besitzen, andernfalls wären diese in der weiteren Trennlage (z.B. Noppenfolie) zum Erdreich anzuordnen.
Die Perimeterdämmung ist einer evtl. Innendämmung vorzuziehen.

Für die Bodenplatte gelten diese Regeln gleichermaßen: Allerdings liegt dort die Abdichtung meist notgedrungen innenseitig und die hauptsächliche Wärmedämmschicht unter der Bodenplatte. Bei alleiniger Wärmedämmung auf der inneren Bodenabdichtung muß darüber abermals eine Dampfsperrfolie eingebaut werden, um den Fussbodenaufbau vor Kondensat und Schimmel zu bewahren.


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